Der Große Schweizer Sennenhund


eins

 

Wie auch die drei anderen Sennenhunderassen stammt der Große Schweizer aus der Schweiz. Er war dort als Wach- und vor allem Zughund sehr beliebt. Sensibel, aber selbstbewusst und wesensfest hat er ein mittleres Temperament und möchte gerne eine Aufgabe haben.

Aus diesem Grund ist er nicht nur als Familienhund beliebt, der Haus und Garten bewacht, sondern auch als Sport- und Spielkamerad. Vor allem Zughundesport, Breitensport und alle Arten von Fährten- und Begleithunde-Arbeit liebt der Große Schweizer, wenn er sie mit seinem Menschen betreiben darf.

 


Kurzer geschichtlicher Überblickgssalt

Die Vorfahren des großen Schweizer Sennenhundes sind die früher in Mitteleuropa weit verbreiteten, häufig als Metzger- oder Fleischerhunde (Mâtin) bezeichneten, starken, dreifarbigen, zuweilen auch schwarzbraunen oder gelben Hunde, die von Metzgern, Viehhändlern, Handwerkern und Bauern gerne zum Schutz, als Viehtreiber oder zum Ziehen verwendet und gezüchtet wurden. 

Anläßlich der Jubiläumsausstellung zum 25jährigen Bestehen der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft (SKG) im Jahre 1908 in Langenthal wurden erstmals zwei solche Hunde als „kurzhaarige Berner Sennenhunde" Prof. Heim zur Beurteilung vorgestellt.

Der große Förderer der Schweizer Sennenhunde erkannte in ihnen den alten, im Verschwinden begriffenen großen Sennen- oder Metzgerhund.

Sie wurden von der SKG als besondere Rasse anerkannt und als „Großer Schweizer Sennenhund" in das Schweizerische Hundestammbuch eingetragen. Im Kanton Bern wurden weitere Exemplare aufgefunden, die Heims Beschreibung entsprachen, und der systematischen Reinzucht zugeführt.

 

Im Januar 1912 wurde der Klub für Große Schweizer Sennenhunde gegründet, der fortan die Pflege und Förderung dieser Rasse übernahm.

Über lange Jahre blieb die Zuchtbasis schmal, da es insbesondere schwierig war, geeignete Hündinnen zu finden. Erst ab 1933 konnten jeweils jährlich mehr als 50 Hunde ins SHSB eingetragen werden.

Am 5. Februar 1939 wurde der Standard erstmals von der FCI publiziert. Anerkennung und eine stärkere Verbreitung brachte der Rasse ihre Bewährung als genügsame und zuverlässige Zug- und Traghunde im Dienste der Schweizer Armee während des 2. Weltkrieges, sodass 1945 erstmals über 100 Welpen eingetragen werden konnten und der Bestand etwa 350 bis 400 Tiere betrug. 

 


zwei

Gesundheit

 

HD/ED

Große Hunde – und der Große Schweizer Sennenhund ist einer der größten – sind durch ihr Gewicht prinzipiell anfällig für Gelenksschäden. In nicht optimal ausgebildeten Hüften, Schultern oder Ellenbögen kann sich mit der Zeit Arthrose entwickeln – so wie beim Menschen auch: Babies werden ja routinemäßig geröntgt, um eventuelle Fehlstellungen der Hüftgelenke frühzeitig zu erkennen. In der Hundepopulation kann man durch den Zuchtausschluss von Hunden mit schwereren HD-Formen (Hüftgelenksdysplasie) bzw. entsprechenden Befunden bei Schulter- und Ellbogengelenk dieses Problem gezielt angehen: jeder Hund, der zur Zuchtzulassungsprüfung antreten soll, muss zuerst gute Röntgenbefunde aufweisen. Daher ist dieses Problem bei den Großen Schweizern kaum vorhanden, vernünftige Haltung im ersten Lebensjahr des Hundes vorausgesetzt.

Vererbliche Augenkrankheiten

Vererbliche Augenkrankheiten wie Katarakt und Glaukom, aber auch Distichiasis (das sind in Richtung Augapfel wachsende Wimpern) kommen gelegentlich vor, sind aber nicht wirklich gravierend, vor allem, weil jeder Zuchthund in regelmäßigen Abständen eine Augenuntersuchung absolvieren muss und von der Zucht ausgeschlossen wird, sollte ein krankhafter Befund erhoben werden. 

Epilepsie

Seit einigen Jahren beschäftigen sich die Zuchtprogramme der Sennenhundevereine vermehrt mit der Bekämpfung der Epilepsie beim Großen Schweizer. Vererbung spielt bei dieser Krankheit, die in verschieden schweren Formen auftreten kann und fast immer zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität des Hundes und seiner Menschen führt, sicher eine große Rolle, aber das Geschehen ist multifaktoriell. Ein verantwortliches Gen hat man noch nicht gefunden, obwohl an Universitäten in mehreren Ländern intensiv danach geforscht wird. Einstweilen berechnet man daher die Auftrittswahrscheinlichkeit von Epilepsie bei den Nachkommen einer vorgesehenen Paarung; die Daten dazu kommen aus der großen Hunde-Gesundheits-Datenbank Dogbase, in der alle FCI-Zuchthunde Österreichs, Deutschlands und der Niederlande samt Nachkommen mit  ihren Gesundheitswerten erfasst sind. Liegt diese Auftrittswahrscheinlichkeit über einem bestimmten Niveau, wird die Paarung nicht genehmigt. Der VSSÖ arbeitet hier sehr intensiv mit dem SSV, dem deutschen Sennenhunde-Verein, zusammen, um die bestmögliche Zuchtstrategie zur weiteren Eindämmung der Epilepsie zu gewährleisten.


Rassenstandard

FCI - Standard Nr. 58 / 05. 05. 2003

URSPRUNG: Schweiz.

DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL-STANDARDES: 25.03.2003.

VERWENDUNG: Ursprünglich Wach- und Zughund; heute auch Begleit-, Schutz- und Familienhund.

KLASSIFIKATION FCI:
Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer, Molossoide, Schweizer Sennenhunde.
Sektion 3: Schweizer Sennenhunde.
Ohne Arbeitsprüfung.

KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS : 
1908, anlässlich der Jubiläumsausstellung zum 25-Jährigen Bestehen der SKG, wurden dem grossen Förderer der schweizerischen Sennenhunde, Prof. A.Heim, zwei kurzhaarige Berner Sennenhunde vorgestellt. Er erkannte in ihnen den alten, im Verschwinden begriffenen grossen Sennen- oder Metzgerhund, dessen Vorfahren früher in Mitteleuropa als „Metzger- oder Fleischerhunde“ weit verbreitet waren und als Schutz-, Zug- oder Treibhunde gezüchtet wurden. 1909 anerkannte die SKG die Rasse als eigenständig durch Eintragung im Schweizerischen Hundestammbuch (Band 12). 1912 wurde zwecks Förderung und Reinerhaltung der Rasse der „Klub für Grosse Schweizer Sennenhunde“ gegründet. Erst am 5.Februar 1939 erfolgte die Publikation des ersten Standardes durch die FCI. Heute wird der Grosse Schweizer Sennenhund, auch in anderen europäischen Ländern wegen seines ruhigen und verlässlichen Wesens vor allem als Familienhund gezüchtet und geschätzt.


ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD: 
Dreifarbiger, stämmiger, starkknochiger und gut bemuskelter Hund. Trotz seiner Grösse und seines Gewichtes zeigt er Ausdauer und Beweglichkeit. Das Geschlechtsgepräge von Rüde und Hündin ist deutlich.



WICHTIGE PROPORTIONEN:

  • Rumpflänge (von der Bugspitze zum Sitzbeinhöcker gemessen): Widerristhöhe = 10 : 9.
  • Brusttiefe : Widerristhöhe =   1 : 2.
  • Oberkopflänge: Fanglänge = 1 : 1.
  • Schädelbreite: Fangbreite =    2 : 1.


VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN): 
Sicher, aufmerksam, wachsam und furchtlos in Alltagssituationen, gutmütig und anhänglich mit vertrauten Personen, selbstsicher gegenüber Fremden; mittleres Temperament.


KOPF: 
Dem Körper entsprechend kräftig, aber nicht schwer. Rüdenkopf kräftiger als der Kopf der Hündin.


OBERKOPF:
Schädel: Flach und breit. Die am Stirnansatz beginnende Mittelfurche läuft nach oben aus.
Stop: Wenig ausgeprägt.

GESICHTSSCHÄDEL:
Nasenschwamm: Schwarz.
Fang: Kräftig,  länger als tief, weder von oben noch von der Seite gesehen spitz. Nasenrü
cken gerade, ohne Mittelfurche.

Lefzen: Wenig ausgebildet, anliegend; schwarz pigmentiert. Keine Hängelefzen.
Kiefer / Zähne: Kiefer kräftig. Vollständiges, kräftiges und regelmässiges Scherengebiss. Fehlen von 2 Zähnen (Prämolaren 1 und/oder Prämolaren 2) toleriert. Fehlende M3 (Molaren 3) bleiben unberücksichtigt.
Augen: Mittelgross, mandelförmig, weder tiefliegend noch hervorstehend, haselnuss- bis kastanienbraun; Ausdruck: aufgeweckt, freundlich. Lider gut anliegend. Lidrand dunkel pigmentiert.
Ohren : Mittelgross, dreieckig und ziemlich hoch angesetzt. In Ruhe flach anliegend, bei Aufmerksamkeit nach vorn gerichtet. Innen und aussen gut behaart.

HALS: Kräftig, muskulös, eher gedrungen. Keine Wamme.

KÖRPER: Etwas länger als die Widerristhöhe.
Rücken: Mässig lang, kräftig und gerade.
Lenden: Breit und stark bemuskelt.
Kruppe: Lang und breit, in sanfter Rundung abfallend; nie überhöht oder abgeschlagen.
Brust: Kräftig, breit, bis zu den Ellenbogen reichend. Rippenkorb von rund-ovalem Querschnitt, weder flach noch tonnenförmig. Vorbrust gut entwickelt.
Untere Profillinie und Bauch: Bauch und Flanken wenig aufgezogen.

RUTE: In harmonischer Fortsetzung der Kruppe angesetzt, ziemlich schwer, bis zum Sprunggelenk reichend; in Ruhe hängend; bei Aufmerksamkeit und in der Bewegung höher und leicht nach oben gebogen, aber niemals geringelt oder über den Rücken gekippt getragen.

GLIEDMASSEN

VORDERHAND:
Allgemeines: Von vorne gesehen gerade und parallel, eher breit gestellt.
Schultern: Schulterblatt lang, kräftig, schräggestellt, anliegend und gut bemuskelt, mit dem Oberarm einen nicht zu stumpfen Winkel bildend.
Unterarm: Starkknochig, gerade.
Vordermittelfuss: Fest; von vorne gesehen in gerade Fortsetzung des Unterarms, von den Seiten gesehen nahezu senkrecht gestellt.

HINTERHAND:
Allgemeines: Von hinten gesehen gerade und nicht zu eng gestellt.
Hintermittelfuss und Pfoten weder ein- noch auswärts gedreht; Afterkrallen müssen entfernt sein, ausser in den Ländern, in denen die Entfernung der Afterkrallen gesetzlich verboten ist.
Oberschenkel: Ziemlich lang; Keulen breit, kräftig und gut bemuskelt.
Kniegelenk: Deutlich stumpf gewinkelt.   
Unterschenkel: Relativ lang.
Sprunggelenk: Kräftig und gut gewinkelt.

PFOTEN: Kräftig, gerade gerichtet, mit eng aneinanderliegenden, gut gewölbten Zehen und kräftigen Krallen.

GANGWERK: Raumgreifender, gleichmässiger Bewegungsablauf in allen Gangarten; ausgreifender, freier Vortritt und guter Schub aus der Hinterhand; im Trab, von vorne und von hinten betrachtet, geradlinige Gliedmassenführung.

HAARKLEID

HAAR: Stockhaar mit dichtem, mittellangem Deckhaar und dichter, möglichst dunkelgrau bis schwarz gefärbter Unterwolle. Kurzes Deckhaar ist bei vorhandener Unterwolle zulässig.

FARBE: Typische Dreifarbigkeit : Grundfarbe schwarz mit symmetrischem rot-braunem Brand und weissen Abzeichen. Das Rot-braun befindet sich zwischen dem Schwarz und den weissen Abzeichen an den Backen, über den Augen, an der Innenseite der Ohren, seitlich an der Brust, an allen vier L
ufen und an der Unterseite der Rute. Die weissen Abzeichen befinden sich an Kopf (Blesse und Fang), an Kehle und Brust (durchgehend), Pfoten und Rutenspitze. Zwischen der Blesse und den rot-braunen Abzeichen über den Augen sollte ein Streifen Schwarz verbleiben. Weisser Nackenfleck oder weisser Halsring toleriert.

GRÖSSE:
Widerristhöhe für Rüden : 65 – 72 cm,
Widerristhöhe für Hündinnen: 60 – 68 cm.

FEHLER: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes zu beachten ist.

  • Unsicheres Verhalten.
  • Fehlen von anderen Zähnen als insgesamt höchstens 2 Prämolaren (PM1 und/oder PM2). Die M3 werden nicht berücksichtigt. Zangengebiss.
  • Helle Augen; mangelhafter Lidschluss.
  • Haarkleid:
  • Durchscheinende gelblich-braune oder hellgraue Unterwolle. 
  • Unreine Farben.
  • Zeichnungsfehler:
  • Fehlende Kopfzeichnung, zu breite Blesse.
  • Weisse Fangzeichnung, die deutlich weiter als bis zu den Lefzenwinkeln reicht.
  • Weisse „Stiefel“ (Weiss, das höher als bis zu den Vorder- oder Hintermittelfussgelenken reicht).
  • Auffallend asymmetrische Zeichnung.


AUSSCHLIESSENDE FEHLER:

  • Schwere Wesensfehler (Ängstlichkeit oder Aggressivität).
  • Rückbiss, Vorbiss, Kreuzbiss.
  • Ektropium, Entropium.
  • Ein oder zwei blaue Augen (Glasauge).
  • Kurzhaar mit fehlender Unterwolle.
  • Langhaar.
  • Fehlende Dreifarbigkeit.
  • Andere Grundfarben als Schwarz.


Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.

N.B.: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.

Quelle: FCI Fédération Cynologique Internationale


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