Bestimmungen zur Zuchtvoraussetzung und Zuchtstrategie des VSSÖ (BZZ)

für Appenzeller-, Berner-, Entlebucher- und Große Schweizer Sennenhunde

Gültig ab 01.09.2018


1. Allgemeine Zuchtvoraussetzungen:

 

1.1. Inzuchtkoeffizient (IK) / Ahnenverlustkoeffizient (AK):

Bei allen 4 Sennenhunderassen darf bei einer Verpaarung der Inzuchtkoeffizient (IK) der ersten 5 Generationen nicht über 3,6%, der Ahnenverlustkoeffizient (AVK) der ersten 5 Generationen nicht unter 80% liegen.

 Sollte beim ENTS der IK höher liegen, so ist mit der Zuchtkommission Rücksprache zu halten.

1.2. Durchführung der Röntgenuntersuchungen: Das Mindestalter für das Röntgen ist 12 Monate.

Das Röntgenbild muss den Namen des Hundes und des Hundebesitzers, das Röntgen-Datum und die Zuchtbuchnummer des Hundes enthalten und ist an die vom Verein namhaft gemachte zentrale Auswertungsstelle einzusenden. Andere Röntgenbefunde können nicht anerkannt werden.

Eine Oberbefundung mit der Möglichkeit einer neuen Röntgenuntersuchung ist nach Absprache mit dem zuständigen Zuchtwart zulässig. Die Auswertungsstelle wird von der Zuchtkommission bestimmt.

Das Ergebnis der Röntgenuntersuchung ist im Abstammungsnachweis zu beurkunden.

 

2. Zuchtvoraussetzungen beim Appenzeller Sennenhund (APPS):

2.1. HD-Befund

mit dem Ergebnis: HD-A = HD-Frei oder HD-B = HD-Übergangsform

2.2. ED-Befund

mit dem Ergebnis: 0/0 bis 1/1

2.3. Negativer Befund auf Ektopischen Ureter

Die verpflichtende Voraussetzung eines negativen Befundes auf EU wird bis auf weiteres ausgesetzt, da es im Moment auch international keine Zuchtvoraussetzung ist.

 

3. Zuchtvoraussetzungen beim Berner Sennenhund (BS): 

3.1. HD-Befund

mit dem Ergebnis: HD-A = HD-Frei oder HD-B = HD-Übergangsform oder HD-C = HD-Leicht

Ein BS mit einem HD-C Befund darf nur dann angekört werden, wenn er ED-frei ist und seine Elterntiere mit HD-A oder HD-B befundet wurden. Zusätzlich müssen folgende Auflagen erfüllt werden:

» Der BS wird nur für 1 Wurf angekört mit verpflichtender Nachzuchtkontrolle von 75 % der Welpen (das Rechenergebnis wird aufgerundet)

» Damit der BS weiter in der Zucht eingesetzt werden kann, darf unter den Nachkommen max. 1 Hund mit max. HD-C ausgewertet sein. 

» 1 weiterer Wurf wird nur mit einem anderen Deckpartner unter den gleichen Auflagen genehmigt (keine Deckwiederholung!).

» Wenn das Ergebnis der Nachzuchtkontrolle nicht entspricht wird keine weitere Deckerlaubnis erteilt.

» Die Auflagen betreffend die Nachzucht gelten ab 01.01.2015 auch für alle bereits angekörten BS mit HD-C.

3.2. ED-Befund

mit dem Ergebnis: 0/0 bis 1/1

Beim BS darf bei einer Verpaarung nur bei einem Elterntier ein ED-I Befund vorliegen.

3.3. DM (Degenerative Myelopathie) – Gentest

Der DM-Gentest EXON 2 ist für alle Berner Sennenhunde, auch für bereits angekörte BernerSennenhunde, verpflichtend. Ab 01.09.2018 ist für alle neu angekörten Berner Sennenhundeauch der Gentest EXON 1 verpflichtend.

Erlaubt sind Verpaarungsvarianten, bei denen höchstens N/DM-Welpen gezüchtet werdenkönnen.

Berner Sennenhunde mit einem DM-Status N/N (EXON 1 und 2) dürfen auch mit ungetestetenHunden verpaart werden.

3.4. ANTAGENE HS-Test (Gentest für Histiozytäres Sarkom):

Ab 01.01.2019 ist für alle Berner Sennenhunde dieser Gentest verpflichtend.

3.5. Abweichung bei Zeichnung, Rute, Gebiss, Zähne:

Abweichungen sind in Einzelfällen unter folgenden Voraussetzungen möglich:

» in allen Fällen ist ein schriftlicher Antrag an die Zuchtkommission über die Zuchtleitung zustellen

» in allen Fällen muss der geforderte gesundheitliche Status (HD-A oder HD-B, ED-0) beim betroffenen Hund gegebensein.

 

  • 4. Zuchtvoraussetzungen Entlebucher Sennenhund (ENTS):  

4.1. HD-Befund 

mit dem Ergebnis: HD-A=Frei oder HD-B=HD Übergangsform

Bei ENTS darf bei einer Verpaarung nur bei einem Elterntier ein HD-C Befund (= HD-Leicht) vorliegen.

4.2. Befund auf ektopische Ureteren

mit dem Ergebnis: EU-A/A, EU-A/B, EU-B/B und EU-A/C

Bei Hunden mit dem Ergebnis EU-A/C muss aus dem Befund hervorgehen, dass der Harn stauungsfrei abfließen kann.

Hunde mit Befundergebnissen EU-A/C dürfen nur mit EU-A/A befundeten Hunden verpaart werden

4.3. PRA-Gentest

mit dem Ergebnis PRCD-A oder PRCD-B

Nachkommen von zwei prcd-PRA frei (N/N, A) getesten Hunden müssen nicht auf prcd-PRANachkommen von zwei prcd-PRA frei (N/N, A) getesten Hunden müssen nicht auf prcd-PRAgetestet werden.

Mögliche Verpaarungen von ENTS sind abhängig vom Ergebnis des PRA-Gentests.

Erlaubt sind die Varianten: A + A und A + B.Verpaarungen von Elterntieren mit Genotyp B + B sind verboten.

Verpaarungen von Elterntieren mit Genotyp B + B sind verboten.

4.4. Negativer Augenbefund von einem für diese Untersuchung zugelassenen Tierarzt aus dem Arbeitskreis der Veterinärophtalmologen

Österreichs auf alle erblichen und vermutlich erblichen Augenerkrankungen. Eine Gonioskopie ist einmalig vor der Körung verpflichtend.

Mit „Kammerwinkelanomalie (ICAA) hochgradig“ (= affekted severe) befundete EntlebucherSennenhunde, werden nicht angekört bzw. scheiden aus der Zucht

Dieser Befund darf zum Zeitpunkt der Körung nicht älter als drei Monate, bei Wiederholen der Körung nicht älter als 12 Monate sein.

Bei ENTS gilt der Augenbefund 2 Jahre. Wenn mit vollendetem 7. Lebensjahr ein negativ befundeter Augenbefund vorliegt, ist keine weitere Augenuntersuchung für den Zuchteinsatz notwendig.

 

5. Zuchtvoraussetzungen beim Großen Schweizer Sennenhund (GSS):

5.1. HD-Befund

mit dem Ergebnis: HD-A = HD-Frei oder HD-B = HD-Übergangsform

5.2. ED-Befund

mit dem Ergebnis: 0/0 bis 1/1

Beim GSS darf nur bei einem Elterntier ein ED-I Befund vorliegen.

5.3. OCD-Befund der Schulter

mit dem Ergebnis: OCD-Frei

5.4. Negativer Augenbefund von einem für diese Untersuchung zugelassenen Tierarzt aus

dem Arbeitskreis der Veterinärophtalmologen Österreichs auf alle erblichen und vermutlich erblichen Augenerkrankungen. Eine Gonioskopie ist einmalig vor der Körung verpflichtend.

Dieser Befund darf zum Zeitpunkt der Körung nicht älter als drei Monate, bei Wiederholen der Körung nicht älter als 12 Monate sein.

Bei GSS gilt der Augenbefund 2 Jahre.

5.5. Epilepsie:

Zum Zeitpunkt der Verpaarung darf der über die Dogbase-Paarungsplanung errechnete Wert der Auftrittswahrscheinlichkeit epileptischer Welpen maximal 3 % betragen.

5.6. GSS-Sennenhunde aus der Zuchtstätte "FROM SWISS Star" werden ab sofort nur dann zur

Zuchttauglichkeitsprüfung (Körung) zugelassen, wenn ein gültiger molekulargenetischer Abstammungsnachweis (Elterntiere und Nachkomme) beigebracht wird.

 

6. Zuchtausschlussgründe: 

6.1. Hunde mit angeborenen Missbildungen (wie Monorchiden und Kryptorchiden)

6.2. Hunde mit nicht entsprechenden Befunden (gemäß Punkte 2. bis 5. der BZZ)

6.3. Hunde mit Epilepsie

6.4. Eltern, Geschwister und Nachkommen von Hunden mit vererbbaren schweren Krankheiten oder Erbfehlern können nach

entsprechendem Beschluss der Zuchtkommission aus der Zucht genommen werden.

6.5. Bei Hündinnen muss nach dem 2. Kaiserschnitt die Zuchtkommission eine Entscheidung über den weiteren Zuchteinsatz treffen.

7. Gültigkeit und Inkrafttreten:

Die Bestimmungen zur Zuchtvoraussetzung und Zuchtstrategie des VSSÖ (BZZ) für Appenzeller-,Berner-, Entlebucher- und Große Schweizer Sennenhunde wurden aus der bestehenden Zucht- undKörordnung für die Zucht von Schweizer Sennenhunden in Österreich vom 01.04.2012 mitGenehmigung des Vorstandes am 06.09.2013 herausgelöst.

Die Inhalte der BZZ wurden am 21.07.2013 von den Mitgliedern der Zuchtkommission erarbeitet undgenehmigt. Sie treten mit 01.10.2013 in Kraft. Sie ersetzen jene aus der Zucht- und Körordnung für die Zucht von Schweizer Sennenhunden in Österreich Ausgabe 2012 vom 01.04.2012.

Die Mitglieder der Zuchtkommission haben in der Sitzung vom 25.01.2014 die Erweiterung des Punktes 3. Zuchtvoraussetzungen beim Berner Sennenhund (BS) um die Unterpunkte 3.3. und 3.4.beschlossen. Diese treten mit 01.04.2014 in Kraft.

Die Mitglieder der Zuchtkommission haben in der Sitzung vom 11.10.2014 die Änderung der Punkte1.2. und 3.1. und die Neufassung des Punktes 3.4. beschlossen. Diese treten mit 01.01.2015 in Kraft.

Die Mitglieder der Zuchtkommission haben in der Sitzung vom 03.12.2016 die Änderung der Punkte 3.3. und die Neufassung des Punktes 5.5. beschlossen. Diese treten mit 01.02.2017 in Kraft.

Die Mitglieder der Zuchtkommission haben im Rahmen eines Umlaufbeschlusses am 18.12.2017 die Einfügung des Punktes 5.5. beschlossen, da diese Regelung schon seit Jahren, zumindest seit dem Jahr 2016, praktiziert wurde. Dadurch wird der bisherige Punkt 5.5. zu Punkt 5.6. Die Erweiterung trittmit 01.01.2018 in Kraft.

Die Mitglieder der Zuchtkommission haben in der Sitzung vom 25.08.2018 die Änderungen der Punkte3.3., die Neufassung des Punkte3.4., 3.5. (ehem. 3.4.), 4.2., 4.3., 4.4. und 5.4. beschlossen. Diesetreten mit 01.09.2018 in Kraft.

 


 

Die Zuchtstrategie des VSSÖ finden Sie auch als PDF

im Bereich Zuchtspezifische Formulare zum downloaden. 

 


 

 

 

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